Wappen und Ursprung

 
 

 
 
 
 
Die inhaltliche Übersetzung des Wappenspruchs lautet:
Es ist etwas Großes, Großes zu erstreben
 

Sage und Überlieferung vom 4. vorchristlichen bis zum 13. nachchristlichen Jahrhundert

Bekanntlich erscheint die Familie urkundlich nachweisbar erstmals im Jahre 1206, und zwar mit Henricus de Frankenberc der in einer Regeste des Breslauer Staatsarchivs vom 31. März 1206 als Zeuge des Markgrafen Dietrich von Meissen zu Dresden genannt wird.
Die ununterbrochene Stammreihe beginnt dann mit Bernoldus, Rat des Herzogs Boleslaus in Schweidnitz, um 1280 († 1321).
Wenn somit die mannigfachen Aufzeichnungen über ein früheres Vorkommen der Familie vor dem strengen Richterstuhle urkundlicher Geschichteforschung vorläufig noch nicht bestehen können, so darf doch auf Grund der verschiedensten Quellen als höchst wahrscheinlich angesehen werden, daß der Ursprung der Familie in eine viel frühere zeit zu legen ist. Für uns Frankenbergs ist es jedenfalls von nicht geringem lnteresse, diese Spuren bis ins Altertum zurückzuverfolgen, dort, wo sich Sage und Überlieferung mit den Möglichkeiten der Geschichte zu einem höchst reizvollen Bilde verweben. Sind doch solche Sagen immer ein berechtigter Abglanz von Ruhm, Macht und Größe des geschichtlichen Geschlechts!
Wir lassen im Folgenden einige bemerkenswerte Quellen für sich selber sprechen.

l.    Aus: Abraham Herrmanns, Pfarrers zu Massel im Oelsnischen Fürstentum
" Praxis heraldico-mystica" 1699

Die Edlen von Frankenberg führen in ihrem Wappen einen gelben Schild, worinnen drei rothe Ziegelsteine, auf dem Helme ein Fuchs in seiner gewöhnlichen Farbe, mit drei schwarzen und drei weißen Hahnenfedern im Maule, die Helmdecke roth und gelb. Es hat dies sehr alte Hochadelige, und in Schlesien Heutiges Tages (der Verfasser dieser Nachrichten schrieb im Jahre 1699) fast in Hundert bestehenden Familien höchstberühmte Geschlecht derer von Frankenberg eine sehr alte Handschrift in Händen, welche behaupten will, daß dasselbe zum Stammvater haben soll den vortrefflichen Griechischen Messenischen Heerführer Aristomenes, von welchem Pausanias, Justinus und andere Geschichtsschreiber Erwähnung thun, und sagen: er habe den Lacedämoniern, mit welchen die Messenier Krieg geführt, großen Schaden und Abbruch gethan, sei aber endlich von ihnen gefangen, und in eine gemauerte Grube und Gewölbe nebst andern, die gleiches Schicksal mit ihm theilen mußten, geworfen worden, um des Hungertodes zu sterben. Indem er nun nichts als den Tod zu hoffen, soll er einen Fuchs erblickt haben, welcher sich unter der Mauer durch ein enges Loch durchgedrungen, um von den todten Körpern seine Nahrung zu suchen. Diese Erscheinung sei dem Aristomenes erwünscht gekommen, er habe sich den Ein- und Ausgang des Fuchses wohl gemerkt, und dies enge Loch nach und nach mit großer Mühe durch Auskratzung dreier Ziegeln so sehr erweitert, das er endlich hindurchkriechen, sich retten, und zu den Seinen habe gelangen können, die hierüber in das größte Erstaunen geriethen. Sein Hauptmann aber, unter dem er gedient, habe ihn dieser ritterlichen That wegen geadelt, und ihm drei Ziegel in den Schild, und den Fuchs auf dem Helm zum Denkmal gegeben, und ihn zum Hauptmann ernannt. Nachher aber habe er das Unglück gehabt, nach vielem und seinen Feinden mannigfaltig zugefügten Schaden, wieder von ihnen gefangen zu werden, die ihm den Bauch aufgeschnitten und sein Herz ganz mit Haaren wie eines Menschen Kopf bewachsen gefunden hätten. Diese Begebenheit fällt ins Jahr der Welt 3541 und also 400 Jahre vor Christi Geburt.
Sollte diese Nachricht gewiß sein, wie man aus dem Wappen der Edlen von Frankenberg, das sie heut so führen, schließen könnte, so erfreute sich dieses Haus eines sehr alten Ursprungs. Allein abgesehen von der Gewißheit dieser Nachricht, kann doch dieses Hochadeliche Geschlecht nach seiner aus Römischen und Deutschen Geschichts- und Zeitbüchern herausgegebenen Stammtafel beweisen, daß es schon in die 12 Jahrhunderte (von 1699 an zurückgerechnet) in Kriegs- und Staatsehrenstellen rühmlichst geblühet habe. Hier folge ein Verzeichnis von Ahnen aus der urältesten Stammtafel:

 

1. 
Arbogastus von Frankenberg im Jahre Christi 452, zur Zeit des vortrefflichen Feldhauptmanns Actius, ist unter Kaiser Valentinianus lll. Feld Oberster gewesen.
2.  lm Jahre 615 war Adam von Frankenberg unter dem Kaiser Heraclius Heerführer einer Legion.
3. 
806 wird Magnus von Frankenberg unter Karl dem Großen als General einer Legion aufgeführt.
4. 
936 hat Argobastus von Frankenberg im Römischen Reiche turniert.
5. 
1017 ist Conradus von Frankenberg ein Thumherr zu Bamberg gewesen, wo noch heutiges Tages (1699) sein Bildniß mit dem Wappen auf einem blauen Marmor ausgehauen zu sehen.
6. 
1056 führte Hartmann von Frankenberg unter Kaiser Heinrich lll. eine Legion.
7. 
1207 war Niclas von Frankenberg unter Kaiser Heinrich lV. Geheimer Rath und Ritter des Heiligen Grabes.


ll.    Aus: Zedlers ,“Universallexlkon" 1728

Franckenberg ehemals Frankinberg, Franckinberg, Wrankinberg, Vramhenberch, eine uralte adeliche Familie in Schlesien, davon einige den Frey-Herrlichen andere den Gräflichen Titel führen. Bucelinius Tom. II. pag. 23, hält dieselben voneinander unterschieden. Das pfälzische Wappen ist ein schwartzes Schild mit 14 weißen Kugeln. Auf dem Helme zwei schwartze Hörner an deren jedem fünff weiße Kugeln herabhängen. Die Helm-Decken sind schwartz und weiß. Wappen-Buch. P. ll. pag. 108. Das Schlesischre hingegen ist im gelben Schilde drey rothe Ziegel, wovon zwey gegen die obersten Winckel ,der dritte aber gegen die unterste Ecke des Schildes gestellt. Auf dem Helme steht ein zur Rechten gekehrter Fuchs seiner Farbe, welcher drey schwartze und drey weiße Hahn-Federn im Maule hält, die Helm-Decken sind roth und gelb. Spener. Lucae Schles. Chron. pag. 1799.

Einige wollen vorgeben, daß sie von dem Meßenischen General Aristomenes in Griechen-Lande entsprossen, welchem in einer gemauerten Grube, darinnen ihn die Lacedämonier wollten Hungers sterben lassen, ein Fuchs, so darunter durch ein enges Loch eingedrungen, Gelegenheit gegeben, durch Auskratzung 3 Ziegel-Steine heraus zu kommen, daher man ihm die drey Ziegel in den Schild und den Fuchs auf dem Helm zum Denkmahl gesetzt. Doch da dieser Ursprung sehr fabelhafft, so muthmaßt Thebesius, daß sie mit Adelheid, Kaysers Conradi lll. Gemahlin Schwester, welche Boleslaus Altus Herzog in Schlesien anno fi67 geheurathet, aus der Ober-Pfaltz in Schlesien gekommen wären. Andere meynen, daß es schon mit Mieslai ll. ll. Gemahlin Rixa Kaysers Ottonis Schwester geschehn, und sie anno 1015 Franckstein erbaut. Henelius Siles. pag. 356. Olsnogr. P. l. pag. 731.
In Schlesien haben sie sich in die Häuser Ludewigsdorff im Fürstenthum Oels und Proschlitz im Fürstenthum Brieg getheilt, doch ist Kosen im Briegischen ihr ältestes Stamm Hauß. Anno 452 soll Arbogast unter Kaiser Valentiniano und Adam anno 615 unter Heraclio ingleichen Magnus anno 806 unter Carolo Magno eine Legion commandiert haben. Conradi von Franckenberg, Canonici zu Bamberg, so anno 1017 gelebt, Bildniß und Wapen auf einem blauen Marmor soll noch heut zu Tage zu sehn seyn. Hartmann war anno 1056 unter Kayser Henrichsen lll. Heerführer über eine Legion und Basilius starb anno 1158 als Prior des Closters Königs-Lutter im Braunschweigischen. Conradus von Franckenberg, so anno 1162 gelebt, bekleidete bey Boleslao Crispo Herzoge in Polen und Boleslao. Alto Herzoge in Schlesien die Stelle eines Raths, welche Bedienung auch Albertus anno 1233 bey Henrico Barbato, Bernoldus anno 1290 bey Boleslao Bellicuso, und Joannes anno 1327 bey Boleslao Paruo allerseits Herzogen in Schlesien, gehabt haben. Meidlerus pag. 12. 47 .120. I31. 144. 153. 359. 397.

Anno 1241 ließen unterschiedene von diesem Geschlechte ihre Tapfferkeit wieder die Tartarn sehn. Sigismundus war anno l275 Hof Cavalier an Kaysers Rudolphi Habspurgici Hofe. Henrich hatte Joannis von Stoßau Tochter zur Gemahlin und bekam mit Theodorico seinem Bruder anno 1297 von Herzogen Henrichen zu Glogau das Dorff Rosenau, bey welchem Herzoge Theodoricus in grossen Gnaden stand, und noch anno 1312 deßelben Rath war. Cod. Siles. Diplom. n. 95 apud de Sommersberg Script. Rer. Siles. Tom. l.pag.87l. Diplom. Bob. Siles. n.66. ibid. pag.970.

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